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Georg Cantor ist der bedeutendste Mathematiker, der jemals an der Universität Halle gewirkt hat. Hier entstanden seine fundamentalen Arbeiten zur Mengenlehre, die die gesamte Mathematik außerordentlich befruchteten. Auf wissenschaftsorganisatorischem Gebiet erwarb er sich große Verdienste durch die Gündung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, deren erster Vorsitzender er war, und durch sein Bemühen um die Einrichtung von internationalen Mathematikerkongressen. Das Foto entstand etwa 1902.
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| 03.03.1845 | Geburt in St. Petersburg, Besuch der Elementarschule in St. Petersburg |
| 1856 | Übersiedlung der Familie Cantor nach Wiesbaden und anschließend nach Frankfurt am Main; Besuch des Gymnasiums in Wiesbaden; kurzzeitiger Besuch einer Privatschule in Frankfurt am Main |
| 1859 | Besuch der Großherzoglich Hessischen Realschule in Darmstadt (bis September 1860), im Anschluß Besuch des allgemeinen Kursus der Großherzoglich Höheren Gewerbeschule in Darmstadt |
| 1862 | Reifeprüfung |
| 1862-67 | Studium der Mathematik in Zürich, Berlin, Göttingen, Berlin (Vorlesungen u. a. bei K. Weierstrass, E. E. Kummer, L. Kronecker), Magisterexamen |
| 1867 | Promotion (bei Ernst E. Kummer) an der Universität Berlin mit der Dissertation: "De aequationibus secundi gradus indeterminatis" |
| 1868 | Mathematik-Lehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin |
| 1869 | Habilitation an der Universität Halle mit der Schrift: "De transformatione formarum ternarium quadricarum" (Gutachten von Eduard Heine); Privatdozent am Mathematischen Seminar der Philosophischen Fakultät der Universität Halle |
| 1869 | Ernennung zum Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle |
| 1872 | Ernennung zum Extraordinarius an der Universität Halle; Arbeiten zu trigonometrischen Reihen |
| 1874 | Heirat mit Vally Guttmann; erste Veröffentlichung zur Mengenlehre: "Über eine Eigenschaft des Inbegriffs aller reellen algebraischen Zahlen" |
| 1878 | Wahl zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Sozietät der Wissenschaften |
| 1879 | Berufung zum Ordinarius an die Universität Halle |
| 1879-84 | Erscheinen der Hauptarbeiten G. Cantors zur Begründung der Mengenlehre, darunter insbesondere die Artikelfolge "Über unendliche lineare Punktmannigfaltigkeiten" |
| 1884 | Beginn der literaturhistorischen Arbeiten zur Shakespeare-Bacon-Theorie sowie
der philosophisch-theologischen Arbeiten; erster Ausbruch seiner Krankheit |
| 1889 | Aufnahme als Mitglied in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina; Heidelberger Aufruf zur Gründung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung unter Beteiligung von Georg Cantor |
| 1890 | Gründung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, mit G. Cantor als ihrem ersten Vorsitzenden |
| 1895-97 | Veröffentlichung der "Beiträge zur Begründung der transfiniten Mengenlehre" |
| 1901 | Ernennung zum Ehrenmitglied der London Mathematical Society und der Charkower Mathematischen Gesellschaft |
| 1902 | Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Christiana Oslo |
| 1907 | Ernennung zum Ehrenmitglied des Mathematischen Vereins der Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg |
| 1911 | Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität St. Andrews |
| 1913 | Emeritierung |
| 6.1.1918 | Tod in Halle |
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Von Berlin kommend kam Georg Cantor 1869 nach Halle, wo er bis zu seinem Tode 1918
lebte. 1885 baute er für seine Familie in der Händelstraße 13
Von Cantors Wohnhaus führt ein kurzer Spaziergang von 10-15 Minuten, vorbei an der
Lutherlinde, zu dem kleinen Fiedhof Giebichenstein in der Friedensstraße. Dort ist Cantors Grabstein
aufgestellt, begraben allerdings ist er hier nicht. Sein Grab befand sich auf einem nahe
gelegenen Friedhof, den es heute aber nicht mehr gibt. Auf dem Grabstein (Abb. unten) sind die
Lebensdaten von Georg Cantor, seiner Frau Vally, einiger seiner Kinder und einiger weiterer
Verwandter eingemeißelt. Im Zentrum der Stadt ist am Universitätsplatz das Melanchthonianum eines der markantesten Gebäude (Abb. unten) . Über viele Jahrzehnte hatte die Mathematik hier ihren Hauptsitz. Der Hörsaal A, in dem Cantor viele seiner Vorlesungen gehalten hat, trägt heute seinen Namen. Gegenüber vom Melanchthonianum ist das sehr schöne Hauptgebäude der Universität mit den berühmten zwei Löwen am Eingang. Dort im zweiten Stock stand lange Zeit eine Marmorbüste von Cantor. Diese Büste
In Halle-Neustadt, einem noch neuen Stadtteil von Halle, befindet sich ein Bronzedenkmal, das
vier bekannten Wissenschaftlern gewidmet ist, die alle in Halle gewirkt haben: dem Arzt
Georg Ernst Stahl (1660-1734), dem Archäologen Fiedrich August Wolf (1759-1829), dem
Romanisten Victor Klemperer (1881-1960) und dem Mathematiker Georg Cantor. Das
Denkmal
wurde von G. Geyer geschaffen und 1972 feierlich eingeweiht. Die G. Cantor gewidmete Platte
(Abb. unten)
wurde von A. Kertész entworfen. Es steht an der Nietlebener Straße im Bildungszentrum; man
erreicht es mit einer der Straßenbahnen, die nach Neustad fahren. Seit Oktober 1994 hat die Mathematik nahe der Heide ein schönes neues Gebäude mit sehr guten Arbeitsmöglichkeiten. Zu Ehren des größten halleschen Mathematikers wurde es Georg-Cantor-Haus genannt. Ebenfalls den Namen Georg Cantor trägt übrigens das mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Gymnasium in Halle-Neustadt Muldestraße 3. |
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